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Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Wenn die Organisation selbst Teil des Problems wird

Die Daten werden zunehmend klarer.

Psychische Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit der Arbeit nehmen zu, insbesondere in sogenannten «Büroberufen»: chronischer Stress, Erschöpfung, Angststörungen, kognitive Ermüdung.

Diese Feststellung wirft Fragen auf, da diese Berufe körperlich nicht gefährlich sind.
Und dennoch sind sie psychologisch anspruchsvoll.

Um dieses Paradox zu verstehen, muss man betrachten, wie wir arbeiten, nicht nur wie viel wir arbeiten.

Büroarbeit: weniger körperliche Belastung, mehr mentale Beanspruchung

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich ein Großteil der Arbeit verlagert:

  • zu kognitiven Aktivitäten
  • in Richtung Koordination, Planung, Berichterstattung
  • hin zu stark normierten und vernetzten Umgebungen

Diese Arbeit basiert auf:

  • die fortwährende Aufmerksamkeit
  • die gleichzeitige Verwaltung mehrerer Prioritäten
  • Termindruck
  • Abhängigkeit von mehreren Prozessen und Validierungen

👉 Der Körper wird weniger beansprucht, aber das Gehirn schaltet nie wirklich ab.

Eine beunruhigende Parallele: organisatorische Selbstsabotage

Während des Zweiten Weltkriegs beschrieb ein internes Dokument des damaligen OSS, des Vorläufers der CIA, Techniken der organisatorischen Sabotage, die darauf abzielten, feindliche Verwaltungen zu verlangsamen.

Zu diesen Techniken gehörten:

  • die Anzahl der Genehmigungsebenen erhöhen
  • komplexe Verfahren schaffen
  • Konformität auf Kosten der Effizienz bevorzugen
  • Sitzungen ohne klare Entscheidungsfindung organisieren
  • Verwaltungsabläufe überlasten

Bemerkenswert ist, dass viele moderne Organisationen heute nach genau diesen Prinzipien funktionieren, ohne es zu beabsichtigen.

Nicht aus Böswilligkeit.

Sondern durch die schrittweise Anhäufung von Regeln, Kontrollen, Instrumenten und guten Absichten.

 

Frustration, übertriebene Leistungsanforderungen und unrealistische Erwartungen

In diesem Zusammenhang sehen sich die Mitarbeiter mit einer doppelten Botschaft konfrontiert:

  • „Seien Sie leistungsstark, agil und engagiert“
  • „Befolgen Sie schwerfällige, manchmal inkohärente und wenig diskutierbare Prozesse.“

Dieser Widerspruch führt zu:

  • Frustration
  • ein Gefühl der Ohnmacht
  • Sinnverlust
  • anhaltende geistige Erschöpfung

Die Leistung wird dann eher zu einem Kampf gegen das System als zu einer auf den tatsächlichen Wert ausgerichteten Anstrengung.

Langfristig treibt diese dauerhafte Anspannung manche Menschen an die Grenzen ihrer psychischen Gesundheit.

Das Problem ist nicht der Anspruch, sondern die Ineffizienz.

Es ist wichtig, dies klar zu sagen:
Nicht die hohen Ziele sind das Problem.

Was erschöpft, ist:

  • hart arbeiten, ohne effizient arbeiten zu können
  • schlecht konzipierte Prozesse ausgleichen müssen
  • mehr Zeit mit Rechtfertigungen verbringen als mit Handeln

  • anhand von Ergebnissen bewertet werden, ohne über die Mittel zu verfügen, diese zu erreichen

👉 Organisatorische Ineffizienz ist ein wichtiger Faktor für unsichtbaren Stress.

Wie können Organisationen vermeiden, Teil des Problems zu werden?

Organisationen können nicht alles lösen.
Aber sie können ihren Anteil an unbeabsichtigten Belästigungen reduzieren.

Einige konkrete Hebel:

1️ An der Effizienz der Prozesse arbeiten

  • Schritte ohne Mehrwert streichen
  • Verantwortlichkeiten und Entscheidungsspielräume klären
  • automatische und redundante Validierungen einschränken

2️ Kampf gegen übermäßige Bürokratie

  • Regelmäßig hinterfragen: «Wozu dient diese Berichterstattung?»
  • die Erstellung von Dokumenten auf das unbedingt Notwendige beschränken
  • Klarheit statt übermäßiger Rückverfolgbarkeit den Vorzug geben

3️ Redonner du pouvoir d’agir

  • den Teams ermöglichen, die Regeln anzupassen, wenn sie die Arbeit blockieren
  • systemische Probleme erkennen, nicht nur individuelle

4️ Anforderungen und Mittel aufeinander abstimmen

  • die Erwartungen an die betrieblichen Realitäten anpassen
  • akzeptieren, dass nicht alles ständig optimiert werden kann

Die Verantwortung muss eher kollektiv als moralisch sein.

Es geht nicht darum, Schuldige zu benennen.
Sondern darum anzuerkennen, dass Organisationen einen direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit haben, auch ohne negative Absicht.

In einer Zeit, in der Arbeit zunehmend kognitiv geprägt ist,
besteht Prävention nicht nur aus Schulungen zu Stress oder Resilienz.

Sie beginnt auch mit einer einfachen, aber anspruchsvollen Frage:

Hilft unsere Art zu arbeiten den Menschen, ihre Arbeit gut zu machen …
oder zwingt sie sie, gegen das System anzukämpfen?

Psychisches Leid am Arbeitsplatz zu reduzieren beginnt manchmal mit etwas sehr Konkretem:
weniger tun, aber besser, gemeinsam.